Mitterkirchen - Radltour zur Ziegenbäuerin
Nach einem schönen und ausgiebigen Frühstück auf dem Moserhof wollten wir entlang der Donau (der Radweg auf dem Damm war wieder befahrbar, nur die Radfähre in Mauthausen konnte noch nicht fahren) zur Ziegenbäuerin fahren. Die Ziegenbäuerin betreibt einen kleinen Hof am Donauradweg und schon bei unserer ersten Donautour haben wir dort eine Brotzeitpause eingelegt (es gibt viele selbstgemachte Sachen auf selbstgebackenem Brot, dazu einen Mostspritzer oder Apfelschorle). Und seitdem waren wir immer, wenn wir in der Nähe waren, zu einem Kurzbesuch bei ihr.
Schnell zeigte sich, dass der Dammweg nicht nur wieder befahrbar war, sondern dass viele fleißige Helfer auch den ganzen Schlamm, der sich bei so einem Hochwasser auf der Straße sammelt, wieder entfernt hatten, so dass der Weg in super Zustand war.
So ging es sehr angenehm bis Mauthausen. Dort kann man bei Normalwasser mit der Radfähre auf die andere Seite übersetzen. Da die Fähre nicht fahren konnte (es war noch sehr viel Wasser in der Donau) mussten wir über St. Georg bis zum Kraftwerk Abwinden weiterfahren. In Mauthausen waren die Hilfskräfte mit dem Abbau der mobilen Hochwasser - Schutzwände beschäftigt. Der Ort selbst aber war schön wie immer und die vielen Lokale luden wieder zu einer Rast ein (wobei wir die Einladung diesmal nicht annahmen).



Von Mauthausen führt der Radweg etwas abseits der Donau über leichte Hügel nach St. Georg und dann zuürck zur Donau bei Abwinden. Hier kann man die Donau auf dem Kraftwerk überqueren. Gleich nach dem Kraftwerk führt ein kleiner Abstecher zur Hintereinfahrt vom Ausee, einem beliebten Badesee mit diversen Wassersporteinrichtungen. Nur die Radzufahrt zum Ausee ist nicht für Trikes gedacht.

An dieser Stelle half nur noch, das Tandem zu zerlegen und die beiden Wiesel einzeln über das Gitter zu heben. Kaum war das geschafft erfuhren wir von einem Upright - Radler, dass nach 500 m noch ein Drehkreuz bzw. eine sehr enger Eingang zum Ausee auf uns warten würde. Wir waren wild entschlossen, auch dieses Hindernis zu überwinden. Kurz nachdem wir das Tandem wieder zusammengebaut hatten kam der Radler aber schon wieder zurück. Er war vorgefahren und hatte erkundet, dass wir das wohl knapp schaffen könnten. Der Mann hatte ein gutes Augenmaß, denn die Durchfahrt war genau 5 cm breiter als unser Wiesel. Trotzdem hatten wir uns über die Hilfsbreitschaft wirklich gefreut.

Über die Hauptzufahrt geht der Weg zurück Richtung Donauradweg. Zur Ziegenbäuerin sind es nur noch 2 km. Da sie aber erst um 13:00 Uhr öffnet und wir nicht 1 1/2 Stunden warten wollten entschieden wir uns zu einem kleinen Abstecher zum Stift St. Florian. Man folgt dazu einfach der grünen Beschilderung und nach 8 km erreicht man nach der ersten nennenswerten Steigung schließlich den Ort mit dem inponierenden Stift. Als Lohn für den Anstieg gab es eine Erfrischung in einem Lokal im Ort.


Auf dem Rückweg zum Donauradweg kommt man noch am Museum Sumerauerhof, in dem das frühere Leben im Mostviertel dargestellt wird.

Jetzt hatten wir auch genug Zeit verbraucht, so dass wir zur Mittagsbrotzeit zur Ziegenbäuerin aufbrechen konnten.


Am Ende der Brotzeit hatten wir einen Platten am Wiesel, so dass wir die Pause etwas verlängern mussten. Aber bald waren wir zur Weiterfahrt bereit.

Die Tour führt von hier aus nach Enns, der ältesten Stadt Österreichs, die direkt am Zusammenfluss von Donau und Enns liegt. Leider auf einem Hügel, so dass ein zweiter Anstieg zu bewältigen war. Aber auch dieses Hindernis wurde überwunden.
Lohn für die Anstrengung war eine schöne Abfahrt in Richtung Ennsbrücke und Ennsdorf. Leider sind die Abfahrten aber immer schneller vorbei als die Anstiege.


Jetzt schließt sich eine Teilstrecke an, die nicht wirklich schön ist. Sie führt direkt durch das Industriegebiet am Hafen. Aber nach 10 Minuten hat man diesen Teil hinter sich und fährt immer etwas Abseits der Donau über kleine Straßen und Wirtschaftswege Richtung Osten. Dabei

überquert man bei St. Pantaleon die längste (91 m) Rundholzbrücke Europas.

Auf der weiteren Strecke kommt man durch einige kleine Ortschaften, wo es immer auch schöne Einkehrmöglichkeiten gibt. Einige Kilometer vor dem Kraftwerk Wallsee erreicht man dann zuerst den Damm am Donaualtarm und dann den Donaudamm, der auf direktem Weg zum Kraftwerk führt.

Die Beschilderung des Donauradwegs ist
durchwegs vorbildlich. Überall findet man die Schilder, die den Verlauf anzeigen. Und vor Kraftwerken oder Brücken findet man große Wegweiser, die verschiedene Alternativen aufzeigen. Im Laufe der Touren haben sich diese Wegweiser als sehr hilfreich erwiesen.
Für heute war aber klar, wie es weitergehen sollte. Am Kraftwerk wurde die Donau überquert und ein kurzer Stopp an der Radlerstation Mitterkirchen eingelegt. Hier gibt es auch (wie an jedem Karftwerk) gratis frisches Trinkwasser, mit dem man die Flaschen für unterwegs befüllen kann.

An den Wassermassen, die am Damm abgeleitet wurden konnte man deutlich sehen, wie viel Wasser die Donau noch immer führte. Die Kraft des Wassers war ziemlich unheimlich, aber der Damm machte doch einen recht stabilen Eindruck.

Vom Damm aus fuhren wir dann noch das kurze Stück zurück zu unserer Unterkunft, wo ein gespritzer Most (die Mosers produzieren einen ausgezeichneten, vielfach preisgekrönten Most auf ihrem Hof) und eine Brotzeit den Tag abschlossen.





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